Kinder begegnen dem Tod
Das Thema Tod ist allgegenwärtig für Kinder: Ein toter Vogel auf der Straße, Meldungen über Todesfälle in den Nachrichten und Bilder von Krimileichen, Zombies und Geistern in der Fernsehzeitung. Auch im Computerspiel ist das Thema Tod massiv vertreten. Für den persön- lichen Umgang mit Tod und Trauer sind diese Konfrontationen und Medien unbedeutend.
Wir können Kinder nicht vor der Begegnung mit dem Tod bewahren. Früher oder später werden sie mit diesem unausweichlichen Gesetz des Lebens persönlich in Berührung kommen. Auch für ganz kleine Kinder ist es schon eine große Verunsicherung und eine Krise, wenn ein nahe stehender Angehöriger stirbt. Ein Fernhalten von der Thematik des Sterbens, mit der oft gut gemeinten Absicht, die Kinder schonen zu wollen, ist für diese keine Hilfe, sondern zusätzliche Verwirrung und Bedrohung.
Kinder brauchen BegleiterInnen, Erwachsene
Wenn Kinder unmittelbar durch den Tod eines Angehörigen oder Haustieres betroffen sind, brauchen sie dringend Hilfe, um diese tiefgreifende Erfahrung verarbeiten zu können. Kinder können mit Trauer umgehen lernen und sie bewältigen, wenn sie Bezugspersonen haben, die ihnen die Erlaubnis geben, dass sie ihre Gefühle zeigen und ausleben dürfen. Stirbt ein Haustier, ist der sofortige Ersatz des geliebten Tieres durch ein fremdes neues keine Hilfe zur Trauer- bewältigung. Die Erwartung der Eltern, dass das Kind jetzt wieder froh sein soll, weil es ja sofortigen Ersatz erhalten hat, belastet das Kind zusätzlich. Ein trauriges Kind möchte traurig sein dürfen, braucht Liebe, Nähe und Zuwendung und ehrliche Antworten auf seine Fragen.
Doch ein Kind braucht auch das Gefühl, dass sich seine Bezugspersonen gut um sich selbst sorgen, damit sie noch lange für das Kind da sein können. Sind die Eltern aufgrund eigener großer Betroffenheit nicht in der Lage, sich um ihr trauerndes Kind zu kümmern, sollten sie eine andere Person bitten, dem Kind Zuwendung zu geben.
Kinder trauern anders
Kinder trauern anders als Erwachsene. Von einem Moment auf den anderen können Trauer und Fröhlichkeit aufeinander folgen. Das entspricht dem kindlichen Wesen und dies ist auch gut so. Kinder drücken ihre Trauer je nach Alter weniger durch Sprache, eher über Spiel, Bilder, Körpersprache und Verhalten aus. Auch der Ausdruck von Wut kann ein Zeichen von Trauer sein oder das Zurückfallen in frühere Verhaltensweisen, dazu gehören unter anderem das Einnässen, Daumenlutschen oder die Trennungsängste.
Kinder können trauern und man darf ihnen deshalb Trauer „zumuten“, bewahren kann man sie sowieso nicht davor. Wenn sie einen großen Verlust erfahren haben, brauchen sie Unterstützung und Begleitung in ihrem Trauerprozess. Falsches Schonen oder Fernhalten vom Geschehen könnte dazu führen, dass sie sich ausgeschlossen und alleingelassen fühlen. Nicht bewältigte Trauer schlägt nach innen und kann nicht nur die Seele krank machen. Wenn ein Kind nicht weint, heißt das nicht, dass es nicht betroffen ist. Kinder sind sehr rücksichtsvoll, sie glauben manchmal, sie könnten ihre eigene Trauer dem geliebten Erwachsenen nicht auch noch zumuten. Es kann auch sein, dass ein Kind seine Gefühle zunächst nicht zeigt, weil es sich erst einmal vor dem übergroßen Schmerz schützen will. Eine liebevolle und geduldige Begleitung, mit einem vom Kind gesteuerten, langsamen Annähern an seine Gefühle unterstützt es, sich mit der Situation zu konfrontieren. Auf keinen Fall hilft es zu sagen, dass das Kind ja überhaupt nicht vom Todesfall berüht zu sein scheint.
Was hilft dem Kind im Ernstfall?
Es ist hilfreich für das Kind, wenn es sich in Begleitung eines vertrauten Erwachsenen von dem Toten verabschieden kann und jemanden hat, der ihm Beistand gibt, z. B. durch Hand halten, uneingeschränkte Zuwendung und Annahme der traurigen Gefühle des Kindes. Manchmal hilft es, wenn Kinder etwas tun dürfen, wie Bilder für den Verstorbenen zu malen, die auf den Sarg gelegt werden oder bei der Beerdigung den Korb mit Blumen zu halten. Jüngere Kinder glauben oft, Schuld am Tod des Verstorbenen zu haben, z. B. „Die Mama ist gestorben, weil ich sie zu viel geärgert habe.“ Wichtig ist es dann zu betonen, dass das Kind keine Schuld an dem Tod der Mutter trifft.
Wie kann man einem Kind sagen, dass jemand gestorben ist?
Zu einer einfühlsamen Begleitung gehört, altersgemäß über den bevorstehenden oder eingetretenen Tod zu informieren. Die Kinder brauchen das sichere Gefühl, dass sie ehrlich und behutsam über den Tod und dessen Umstände aufgeklärt werden. Nehmen Sie sich Zeit und Ruhe und geben Sie möglichst viel Nähe und Zuwendung. Über den Tod des Vaters könnten Sie das Kind z. B. so informieren: „Es ist etwas sehr, sehr trauriges passiert. Papa ist gestorben. Er wird nie wieder bei uns sein, weil er aufgehört hat zu leben. Wir haben ihn sehr lieb gehabt und wir wissen, dass er uns auch lieb gehabt hat. Wir werden ihn sehr, sehr vermissen.“ (...) „Ihr wisst, dass Papa schon lange Zeit sehr, sehr krank gewesen ist. Seine Krankheit hat ihn sterben lassen.“ (aus: W.C.Koen, Da sein, wenn Kinder trauern, S. 21/22).
Wie kann ich die Frage beantworten, was nach dem Tod passiert?
Sagen Sie nur etwas, woran Sie auch selbst glauben. Wenn Sie an Gott glauben und religiös sind, können Sie sagen, Sie glauben, dass die Seele bei Gott ist. Wenn Sie selbst religiös sind, können religiöse Riten und Bräuche helfen, die Trauerphase zu erleichtern (z.B. gemeinsames Beten mit dem Kind). Sie können aber auch sagen, dass Sie nicht wissen, wie es nach dem Tod aussieht, aber Sie glauben daran, dass es irgendwie weiter geht. Auch damit können Sie Ihrem Kind Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod vermitteln. Sie könnten auch zusammen mit dem Kind überlegen, wie es nach dem Tod aussehen könnte. Es gibt einige hilfreiche Bilderbücher, die das Gespräch mit dem Kind erleichtern können. (siehe Literaturliste).
Darf ich vor meinem Kind weinen?
Zeigen Sie ruhig ihre Gefühle vor Ihrem Kind. Das gehört zu einem gesunden Umgang mit Trauer. Kinder spüren sowieso, dass es dem Erwachsenen nicht gut geht. Sie können mit offen gezeigten Gefühlen besser umgehen. Der versteckte Umgang birgt außerdem die Gefahr, dass das Kind glaubt, es sei selber schuld daran, dass der Erwachsene sich zurückzieht. Es kann für beide Seiten hilfreich sein, wenn sie zusammen weinen und sich gegenseitig Nähe geben. Mit Hilfe von einfühlsamen Erwachsenen, die zu ihren Gefühlen, Fragen und Gedanken stehen können, haben Kinder die Möglichkeit zu lernen, ihre Trauer zu bewältigen.
Können Kinder an der Beerdigung teilnehmen?
Erklären sie ihrem Kind, wie eine Beerdigung abläuft, z. B. was mit dem Sarg geschieht, dass die Menschen traurig sind, sich schwarz kleiden und weinen. Fragen Sie Ihr Kind, ob es an der Beerdigung teilnehmen möchte. Wenn es an der Beerdigung teilnehmen will, sollte es darauf vorbereitet werden und eine Begleitperson haben, die nicht selber zu sehr trauert, sondern das Kind liebevoll beobachtet, ihm hilfreich zur Seite steht und Fragen beantwortet. Ein Kind, das nicht an einer Beerdigung teilnehmen darf, kann sich ausgeschlossen fühlen. Nehmen Sie sich Zeit für das Kind und vermitteln sie Ihm ein Gefühl von Nähe. Geben sie ehrliche Antworten und helfen sie dem Kind, dass es seine Gefühle zeigen und benennen darf.
Ein gut verarbeiteter Todesfall lässt das Kind reifer werden und ermöglicht Zugang zu ungeahnten Kräften und Ressourcen. Auch wirkt sich die Auseinandersetzung mit der Befristung des Lebens positiv auf das weitere Leben aus. Der Blick wird auf die wesentlichen Dinge des Lebens gelenkt und das Gegenüber durch seine Sterblichkeit noch wertvoller und wichtiger. Am Ende eines gelungenen Trauerprozesses steht eine positive Weiterentwicklung des trauernden Kindes. Dies kann zu mehr Sensibilität und Hilfsbereitschaft führen, zur Erweiterung der Kreativität und zu einem höheren Maß an Verantwortungsbewusstsein.
Andrea Kerkhoff
Wir wandern entlang der Werse zur Pleistermühle
Treffpunkt um 13.45 an der Bushaltestelle Stapelskotten (Abf. der Linie 22 ab Hauptbahnhof Münster um 13.35 (Bussteig A).
Gegen 14.45 werden wir in Pl
Neue Räume für das Trauercafe: Sonnenstraße 70
Das Hospizcafe ist ein Ort für trauernde Menschen, sich zu treffen und auszutauschen. Begleitet wird es von ehrenamtlichen Trauerbegleiterinnen
der Hos
Sonntag, 24. Juni 2012, 15.00 - 17.00 Uhr
Offenes Begegnungscafe für trauernde Familien mit Kindern
(mit Kinderbetreuung) in den Räumen der Königskinder - Ambulantes Kinderhospiz, Alte Kaplanei, St
Informationsveranstaltung über Patientenverfügung am Montag, 02. Juli 2012 von 19.00 - 20.30 in der Sonnenstraße 70. Anmeldung erbeten im Hospizbüro unter Tel. 51 98 74. Das Angebot ist kostenfrei. Mi